Wer oder was ist die Dunkle Allianz?

1. Die Dunkle Seite

Buch der Gründer, Kapitel 8:

1 Der Sinn des Ganzen war ein Bund innerhalb dieser dunkeln Welt, nicht ein Bund der Finsternis, doch auch der Weg des Lichtes selbst konnte nicht Ziel aller sein. 2 Man suchte, erwachte Seelen vor dem Absturz zu wahren und ihnen eine Art zweite Heimat zu geben; 3 suchte das Prinzip der Dunklen Seite zu ergründen, die tiefe Andersheit zu verstehen, den Weg, der zum Neuen Zeitalter führt. 4 Erst im Dritten Jahr seit der Sichtbarwerdung der ewigen Dunklen Allianz sollte es mit Principium Ordinis teneraris tenebricosae einen Namen bekommen, um so endlich als Begriff aus der unsteten Welt des Gefühls erhoben zu werden. 5 Zugleich ist das Prinzip auch nur Bild, Metapher, Siegel, Symbol, Verweis auf den eigentlich verlorenen gegangenen Namen des unsagbaren Gefühls. 6 Es ist auch kein Prinzip in dem Sinne, daß es von einem Nicht-Prinzip unterschieden zu verstehen sei. 7 Zergeisternde Differenz: Das Innen ist das Außen. Das Dunkle ist das Licht. Vernunft ist Wahnsinn. 8 Der Gedanke fühlt die Wahrheit der Lüge. 9 Das Ende ist der Anfang.

Buch Umbra, Kapitel 2:

1 Der Begriff "dunkel" bezieht sich auf die geistige Grundhaltung eines melancholischen Menschen. 2 Das Dunkle ist ein weites Feld und wir meinen damit etwas, das nicht etwa einfach nur mit dem Bösen oder mit dem Tod in Verbindung zu bringen wäre. 3 Träume sind auch oft dunkel, das Bild mancher Zukunft scheint dunkel, manche Gefühle sind dunkel, ohne unangenehm sein zu müssen... 4 Wahnsinn bleibt dunkel vor der scheinbaren Klarheit der Vernunft... die Vernunft bleibt dunkel angesichts der Schrecken, die in ihren Namen begangen wurden... 5 Auch das Böse bleibt dunkel, etwa wenn nihilistische Konstruktivisten davon sprechen, bei Menschen, die nur aus Lust oder scheinbar nicht mal mehr deswegen töten, sei durchaus ein Begriff des "Bösen" angebracht. 6 Das Dunkle ist allgegenwärtig... Schatten sind allgegenwärtig... sind sie wirklich nur die Abwesenheit von Licht... haben sie wirklich nichts Eigenes? 7 Das Nichts bleibt dunkel wie auch der Mutterschoß im Dunkel der Erinnerung liegt. 8 Im Dunkeln ist schon so manche Vision geschehen. 9 Ein Teil des Teils der anfangs alles war... 10 Auch ein Dualismus muß dunkel bleiben, da er immer mit Widersprüchen beladen...

Doch was ist nun die Dunkle Seite?

Erstes Buch Nemesis Kapitel 1:

1 Ein oberstes Gebot der Dunklen Seite ist der Schutz der Verlorenen Seelen.

2 In einer Welt, in der eine Seele zum Anachronismus geworden ist, wollen wir denen, die sich ausgestoßen fühlen, eine neue Perspektive, eine Zuflucht bieten. 3 Wir streben an, echtere Kommunikation zu bieten, welche in einer Gesellschaft des Scheins und der Kommunikation des Selbstzwecks nicht mehr möglich scheint.

Kapitel 2:

1 Augen der Nacht sehen anders.

2 Jemand, der keinen Sinn mehr sieht, der nur noch Tod fühlt und nur noch hier einen Sinn glaubt, wird von vielen Seiten nur matt belächelt, kann von vielen Seiten nur die üblichen Argumente hören, auch wenn diese keine Bedeutung mehr haben können. 3 Wir bieten keine therapeutische Behandlung im Sinne von Behörden, wir wissen auch, daß es keine akzeptablen Argumente zu geben scheint, um einen zum Bleiben zu bewegen, doch hoffen wir, daß unsere Gemeinschaft zumindest zu erkennen gibt, daß man nicht allein ist, nicht der Einzige, der denkt, nicht der Einzige, der fühlt, in dieser technokratisierten Welt aus Schein und Nichts.

Buch Umbra, Kapitel 3, 3-8:

3 Dagegen die "Verlorenheit" der Seelen meint ein Uneinssein des insbesondere melancholischen Menschen mit der "postmodernen" Welt, in der nur noch die vom kapitalistischen System vorgegebenen Gesetze der Vermarktung, Verwertung, der Produktion und Konsumtion gelten. 4 Sie ist der Schlüssel zu unserer "dunklen" Philosophie, deren Essenz nicht Dogmen sind, denn diese mag sich jeder individuell-subjektiv bestimmen. 5 Die "dunkle" Philosophie ist der wirklichen Welt näher, denn sie ist nicht eine der gehaltlosen Abstraktionen irgendeines Geistes, sondern geht aus von dem Grunde der bittersten Wahrheit: 6 das vierte Siegel, ein fahles Pferd, welches den Tod als Reiter trägt. 7 Es ist die Wahrheit des Depressiven, der aus der Höhle Platons heraustrat, aber nach dem Erkennen der wirklichen Dinge eher "verloren" ist, da er sehr allein ist mit seiner Erkenntnis, der Beginn einer Störung des sozialen Miteinanders. 8 So begannen wir gothisch in virtuellen Welten, haben uns aber verwandelt.

Vergleiche auch Platons Höhlengleichnis.

Wie wir die Dunkle Seite entdeckten?

Buch Umbra, Kapitel 4:

1 Einst fanden sich Schatten.

2 Es fing alles ganz harmlos an, als Nemesis fragte: "Es mag seltsam klingen, die Realität mit einer Droge vergleichen zu wollen, und doch beschäftigt mich dieser Gedanke seit geraumer Zeit. [...] Können solche Menschen überhaupt noch Ihre Erkenntnis leugnen und sich wieder in die Gesellschaft eingliedern als ein Schaf unter Schafen?" (Diskussion "Realität als Droge", 1999)

3 Damals fanden sich eine Hand voll, die sich dafür entschieden, einige gingen, einige kamen hinzu.

4 "Was wollen wir eigentlich? Erfüllung? Erlösung? Erlösung wovon? Von unangenehmen Momenten? Von Momenten wie Einsamkeit, die um so schlimmer sind für einen Erwachten, weil ihm die Einsamkeit auch in der Gegenwart von Mitmenschen treu bleiben kann?" fragte Tinúviel (Die "Selbstmord"-Debatte, 2000 Gründerjahr).

5 Denn man schien sich zu unterscheiden: "Und ich. Ich sehe so viel. Ich kann die Augen nicht mehr verschliessen, stattdessen mache ich mir Gedanken, die mich auch schon mal eine Nacht durch aufblieben liessen. Wir vegetieren vor uns hin und keiner hat den Mut auszubrechen. Nicht mal ich. Mir kam auch schon der Gedanke, dass das ganze Leben nur ein Spiel ist. Wir die Schachfiguren eines grausamen Duells darstellen... Aber es scheint niemand zu stören. Niemand zu Veränderung aufzurufen...Niemand nachdenklich zu machen..." (Fragende Aviada, Gründerjahr)

6 Die Bilder schärften sich im Laufe der Zeit, wurden zu festen Begründungsmythen: "Fromm erklärte Entfremdung mit dem Götzendienst, der das Objekt über das Subjekt erhebt. So erscheint dem verselbstet isolierten Psychotiker als sein mehrheitsfähiger Widerpart der in gedankenloser Trance heimgesucht Tanzende, der gleichsam in Hypnose vegetiert, sich in Entfremdung entselbstet. Doch eine seelische Krankheit, die das Zusammenleben noch nicht im Hier und Jetzt gefährdet, muß wohl Gesundheit sein. Doch die Münze erzählte uns: dem Pessimisten fehlt es nur an Fantasie." (Liber maliger, 2001 Erstes Jahr).

7 Einige berufstätig, andere Studenten, andere waren von der Berufswelt ausgeschlossen. 8 Die Aktivitäten schliefen im zweiten Jahr etwas ein, der Begründer verließ uns. 9 Andere litten an Depressionen, unterschiedlich die Gründe. 10 Aus den Worten Tinúviels: "Schließlich verbleibt die letzte Aufforderung, die zugleich als Negation des Fatalen zu verstehen sei, fähig dieses aufzuheben: 'Das Schlafende muß erwachen'. 11 Dies ist zunächst eine irrationalistisch klingende Hoffnung, die zwei Eckpunkte besitzt, nämlich ein 'schlafendes Potential' sowie den Moment des 'Erwachens', also das Aktivieren jenes Potentials. 12 Dieser Ruf gilt den übrigen, also jenen, die sich nicht als 'schwarze Wesen' verstehen. 13 Dieser Ruf wirkt damit zunächst arrogant, zumal wenn man den Eindruck eines festen Menschenbildes zugrundelegt. 14 Es ist letztlich diesselbe Argumentation wie die der 'Bewußtseinserweiterung' oder 'Aufklärung'. 15 Die 'schwarzen Wesen' sind auf ihre Weise erwacht, können aber ihr Potential nicht wirklich nutzen, es kann nur jenes aber doch wieder 'zum Grund geneigte' Blütenwerk, also Kunst zwischen Schmerz und Schönheit, entstehen. 16 Das Schlafende geht über das Erwachtsein hinaus. 17 Zugespitzt könnte man es so formulieren, daß zunächst jene Desillusion bzw. jenes ‚Erwachen' allgemein werden müßte, um im Sinne einer 'kritischen Masse' die Individuation zu überwinden, die verhindert, daß gegen das Fatale, also jene 'Nacht', vorgegangen werden könnte. Das Schlafende ist sozusagen jener enttäuschte Idealismus, die Kreativität etc., welche in der dann jenseits dieser Konzeption liegenden utopischen Weltidee als Allgemeingut Grundlage der Zukunft bzw. einer einzig möglichen Zukunft der Menschheit wären."

18 In die allgemeine Leere der damaligen Situation - es war November - die Nachrichten klassisch-absurdes Theater, die letzte Gleichschaltung, die Litanei des Volksempfängers nach dem Fanal des 21. Jahrhunderts - erweckte ein Brief und eine darauf erfolgende persönliche Freundschaft neue Wege.

19 "Straßen, Verkehr, Menschen, Gesichter, Bewegungen - und falls dieser Text je gelesen werden sollte, auch ihr unbekannten oder bekannten Abbilder, die meinen Vorstellungen so vertraut. Ist es nur ein chemisches Ungleichgewicht oder 'bloß' jene Psychose, die wie auch immer genau gestaltet, sich in einem ausbreitet?" (Das Anders. Eine radikal-subjektivistische Phänomenologie des Geistes, Zweites Jahr).

20 "Der religiöse Begriff des 'Bösen' ersetzt sich durch den des 'Kranken'. Als 'Krankheit' gilt im Allgemeinen eine Behinderung im Lebensvollzug. Das für ein 'zufriedenes' Leben Notwendige scheint aber offenbar bei all jenen ideell oder tatkräftig Unzufriedenen nicht gegeben zu sein. In der Neurobiologie hat sich dementsprechend der Begriff von einer 'psychotischen Veranlagung' herausgebildet, der nicht nur bei den Feldern 'Suizid' und 'Amok' zu Tage tritt, sondern ebenfalls bei 'Fanatismus' und 'Terror' eine Rolle spielen soll." (Kunst im Zenit des Thanatos, Zweites Jahr).

21 Schließlich habt ihr uns gefunden. Schatten haben sich gefunden.

 

Vergleiche folgende Texte:

 

Der sonderbare Begriff des "Wesens":


    "sehet dort die schwarzen wesen,
     betrachten ihr gespiegeltes bild im zeichen des narziß.
     sie knien über lethischen wassern,
     doch ihrer körperhüllen antlitz ist erstarrt für äonen.
     steinernen engelsputten gleich, deren posaunenklang erloschen,
     gefesselt in gläserner maske, versiegelt ihre wahrheit,
     vermögen sie nicht zu kosten von der quelle des vergessens.
     oh sehet dort die schwarzen wesen in ihrer verdammnis.

     sehet dort die schwarzen wesen,
     verbrennen in des feuers glut, des prometheus edler gabe.
     sie weinen in marmorner stille,
     benetzen mit ihren tränen der schwarzen rosen knospenblätter.
     in einem regen aus asche, der flammenwand entsprungen,
     vergehen sie in steinernem staube über zum grund geneigtem blütenwerk,
     verdunkeln der kerze schein, deren docht fast verbrannt.
     oh höret die schwarzen wesen, welchen schrei sie lautlos in die nacht entsenden!

     sehet dort die schwarzen wesen,
     in des kerzenlichtes flackern zerfallen sie unter sternlosem firmament.
     und aus der wesen nicht'gem ende
     sprießt ein letztes schwarzes rosenmeer empor, im kerzenschein geboren.
     doch in des äthers tiefen verberget sich in sphärenklang,
     der letzten wesen schrei, in dunkler ewigkeit gefangen:
     oh an welche ohren dieser rufe dringen möge!
     das schlafende muß erwachen.

Vergleiche:
Kritik anhand einer Gedichtsinterpretation
Dieses Gedicht findet seine Vertonung unter: Tinúviel's mp3-Seite

Laokoon und Cassandra

"Laokoon und Cassandra,
begabt zu erblicken
die Bestimmung von Troia,
verdammt zu ersticken
in Unglauben und Spott -
so warten sie mit ihrer Gabe
tatenlos tätig immerfort
fragend bis zum letzen Tage."

Tinúviel

Buch Pandora

Kapitel 1: 1 Licht und Dunkelheit scheiden voneinander, doch was bedeutet das?

2 Ist es nicht ein Vorurteil, welches schon seit Jahrhunderten existiert, daß das Dunkle sofort mit dem Bösen gleichgesetzt wird? 3 Und ist es nicht dann schon wieder paradox, daß Leute sagen, wir hätten Vorurteile gegen Andersdenkende, wo es doch eigentlich genau umgekehrt sich verhält? 4 Ich kann sagen, daß das Dunkle nicht im allgemeinen böse ist. 5 Aber ich schaue mir auch neue Sachen immer ganz genau an, ehe ich mir ein Urteil darüber erlaube. 6 Ich bin ein Kind der Dunkelheit, und ich stehe dazu. 7 Vielleicht sollte sich manche Leute lieber fragen, wieso Menschen zu Kindern der Dunkelheit werden, anstatt sofort voreilige Schlüsse zu ziehen, die sie noch nicht einmal begründen können. 9 Ich gehöre nicht zur "hellen Seite", weil mich ihre "Einwohner" nicht verstehen. 10 Diese glitzernde, helle Seite ist mir zu oberflächlich, zu pseudotolerant. 10 Auf der einen Seite wird behauptet, jeden so zu akzeptieren wie er ist, aber kaum hat sich dieser jemand umgedreht, wird über ihn hergezogen. 11 Und wenn man versucht zu diskutieren, dann wird keine andere Meinung als die eigene zugelassen. 12 Ich sage meine Meinung immer ganz direkt heraus, trotzdem lasse ich auch andere gelten, wenn sie mir richtig oder einleuchtend erscheinen. 13 Ich bin schließlich auch nur ein Mensch, und ich mache Fehler, aber ich kann sie auch zugeben. 14 Und nur, weil ich mich jetzt von dieser "hellen Seite" abgewendet habe, bin ich ein schlechter Mensch?

Kapitel 2:

1 Ich, die im wortwörtlichen Sinne keiner Fliege was zuleide tun kann? 2 Ich, die sich eigentlich immer viel zu viel Sorgen um andere Menschen macht? 4 Ich, die sich nicht mehr traut, ihre Gefühle offen darzulegen, aus lauter Angst davor, daß die "normalen" Menschen mich für verrückt erklären?

Kapitel 3:

1 Mein Übertritt in die Schattenwelt kam nicht von heute auf morgen. 2 Und ich bereue nicht, es getan zu haben. 3 Hier sind die Menschen offen zu jeder und jedem. 4 Sie verstehen. 5 "Im Dunklen sind alle Katzen grau." 6 Das sagt doch schon alles. 7 Ich fühle mich hier wohl. 8 Auf der "anderen" Seite hat es niemanden interessiert, was ich gefühlt oder gedacht habe. 9 Niemand hat meine Hilferufe gehört oder verstanden. 10 Vielleicht stimmt es ja, daß ich auf der Flucht bin. 11 Doch wie gerne würde ich meinen Problemen gegenübertreten. 12 Aber draußen ist niemand, der mir dabei helfen würde.

Kapitel 4:

1 Wenn jetzt die "helle Seite" die "Gute" ist, ist es dann nicht auch die Pflicht derer, die sie bewohnen, solchen Schattenkindern wie mir zu helfen, und mich nicht als eine exzentrische SpinnerIn abzutun? 2 Wenn die "helle Seite" die "Gute" ist, wieso ist sie dann so intolerant und blind? 3 Ist es dann nicht eher so, daß diese gescholtene "böse" Schattenwelt die eigentliche gute ist, wenn man hier doch verstanden wird, wenn man hier Hilfe findet? 4 Und wenn Hell gleich Gut ist, warum verfolgt diese "helle Seite" die "dunkle"? 5 Nur weil sie anders ist? 6 Weil die Leute dort anders denken, anders sind als die große glitzernde Mehrheit? 7 Muß denn alles konform sein? Alles super einheitlich? 8 Ist es denn ein Verbrechen, wenn es eine Pflanze wagt, in einer Betonwüste zu wachsen? 9 So kommt mein Leben mir zumindest vor!

Kapitel 5:

1 Aber Leute wie ich werden von der Gesellschaft eben nicht gerne gesehen, weil ich mich nicht anpassen kann und will. 2 In dieser Welt hingegen ist man froh, so sein zu dürfen wie man ist. 3 Ein Individuum, mit dem Recht sein Leben zu leben. 4 Wir verfolgen doch auch nichts anderes, außer unseren Wünschen und Träumen. 5 Ist das denn auch ein Verbrechen? 6 Wieso haben denn dann die "guten" Menschen vor uns Angst? 7 Es ist doch auch paradox, daß einer Armee von "Lichtgestalten" zugejubelt wird, nur weil sie die "Bösewichte" ausgeschaltet haben. 8 Doch wer sagt denn, daß es wirklich "Bösewichte" waren? Nur weil sie anders gedacht haben, und für ihre Meinung gerade gestanden haben? 9 Bei ihren Eroberungen haben die "Lichtgestalten" auch viel Leid und Unheil gebracht. 10 Aber trotzdem sind sie die Guten....

Pandora/Black-Lilly

2. Der Ehrenkodex der Dunklen Seite

Erstes Buch Nemesis, Kapitel 3:

2 Die Dunkle Seite ist kein anarchischer Hort, auch wenn nicht direkt Gesetze einem sein Handeln vorschreiben. 3 Auch das unterscheidet uns von der Welt der ohnmächtigen Biedermeier, in der Gesetze einen erziehen wie die Ratte im Labor. 4 Ethik definiert sich hier nicht über Verlust oder Gewinn, Zucker oder Peitsche, sondern über einen Ehrenkodex, der in stiller Übereinkunft über den Welten wacht.

5 Man kann nicht sagen, dies ist der Ehrenkodex der Dunklen Seite, der bleibt letztlich irgendwo dem Äther vorbehalten. 6 Aber man kann ihn in Fragmenten erfassen - Teilen, wie sie Menschen begreiflich werden und die nicht wie unendliche Gottfiguren vom Zenit des Raum-Zeit-Kontinuums auf uns herabstarren:

27 Wie kein Gegenstand ohne Raum und kein Raum ohne Gegenstand so keine Welt ohne Willen und kein Wille ohne Welt. 28 Wie wir steigen und sinken im Heraklit'schen Fluß der Zeit, uns in einen archimedischen Punkt jenseits der Welt retten, um uns dann wieder mit cartesischem Zweifel über dunkle Abgründe zu führen, so leben wir die Illusion des Menschseins Tag für Tag bis zum Sieg der Entropie. 29 So erhalte die Welt als Wille und Vorstellung, bevor der letzte endlose Schrei die Identität des Ichs zerbirst.

3. Was ist die Dunkle Allianz?

Erstes Buch Nemesis, Kapitel 4:

1 Die Dunkle Seite beherbergt eine Vielzahl von Einzelpersonen, zum Teil online und offline. 2 Sie alle weben die Geschichte der Dunklen Allianz und suchen das Geheimnis zu ergründen, um die Wahrheit des Prinzips der Dunklen Seite zu erkennen. 3 Jeder, der sich wie ein Anam Cara - keltisch für Seelenfreund - fühlt, kann dazu beitragen, die Dunkle Allianz aus ihrer Dunkelheit heraus zu formen, ihre Geschichte zu ergründen, ihre Vergangenheit wie ihre Zukunft.

4 Um Mitglied der Dunklen Allianz im engeren Sinne zu werden, bedarf es der Vorstellung in einem unserer interaktiven Bereiche oder per Mail. 5 In dieser Darstellung sollte schon eine erste Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst und jenem Anders, jenem Prinzip der Dunklen Seite, geschehen.

6 An dieser Stelle werden einige Regeln abgedruckt, welche die Dunkle Allianz für sich geschaffen hat. 7 Sie wurden von mir, Nemesis, formuliert. 8 Die einzelnen Paragraphen können natürlich auch geändert werden. 9 Hierzu muß einer der Allianzpartner eine Änderung vorschlagen und begründen können. 10 Dieser Vorschlag wird dann diskutiert, und wenn die Mehrheit der Allianzpartner für die Änderung ist, wird diese somit angenommen und durchgesetzt. 11 Jedem Allianzpartner, auch den Organisationen, kommt dabei je nur eine Stimme zu. 12 Damit wird zum einen vermieden, daß große Organisationen Vorteile gegenüber Einzelpersonen haben. 13 Dabei ist bei einer solchen Entscheidung in einer Angelegenheit der Organisation überlassen, wie viele Einzelpersonen sie zu Rate zieht, solange die Entscheidung nicht auf sich warten läßt.

Aufnahmebedingungen der Allianz :

Erstes Buch Nemesis, Kapitel 5:

1 Grundsätzlich kann jede Dunkle Organisation Mitglied der Allianz werden, solange sie sich an den Ehrenkodex der Dunklen Seite hält. 2 Verstöße gegen den Ehrenkodex können mit einem Ausschluß aus der Allianz geahndet werden. 3 Weiterhin kann jede Einzelperson Mitglied der Allianz werden, auch wenn Sie nicht über eine eigene virtuelle Darstellung mit für uns interessantem Inhalt verfügt. 4 Aber Organisationen sollten zumindest über eine Liste ihrer Mitglieder verfügen können. 5 Jeder Allianzpartner kann gegen den Beitritt eines neuen Partners oder gegen bereits beigetretene andere Allianzpartner ein Veto einlegen. 6 Ein neuer Partner kann erst ein Mitglied der Allianz werden, wenn dieses Veto gegen ihn oder sie aufgehoben wurde. 7 Bei bereits eingetretenen Partnern muß das Veto ausdiskutiert und geklärt werden. 8 Kann das Veto nicht beigelegt werden, hat die Allianz über einen Ausschluß des mit einem Veto belegten Allianzpartners zu beraten. 9 Mit einem Veto belegte Allianzpartner können ihrerseits keine Vetos mehr aussprechen, bis das Veto geklärt wurde. 10 Dies ist notwendig, um eine Blockadepolitik zu vermeiden.

Grundlagen der Allianzarbeit :

Erstes Buch Nemesis, Kapitel 6:

Als Grundlagen der Allianzarbeit stelle ich vor: 2 Jeder Allianzpartner bleibt eigenständig und für seine Interna allein verantwortlich. 3 Auf ausdrücklichen Wunsch kann die Allianz allerdings gegebenenfalls in die Interna eines Allianzpartners eingreifen. 4 Die Aufnahmegespräche und Beziehungen zu anderen Gruppen werden von der Allianz geregelt. 5 Dazu gehören zum Beispiel Entscheidungen über Ausschluß und Beitritt von Allianzpartnern oder Entscheidungen über Auseinandersetzungen und den Erhalt des allgemeinen Friedens. 6 Handelt ein Allianzpartner eigenmächtig, indem er zum Beispiel eine Auseinandersetzung mit einer anderen Gruppe anfängt, kann ihm die Allianz ihre Unterstützung verweigern und ihn eventuell sogar aus der Allianz ausschließen, hier beispielsweise wegen aggressiven Verhaltens; der Fall müßte natürlich zunächst geprüft werden. 7 Grundsätzlich distanziert sich die Allianz von aller Art Fehden usw., wie es sie manchmal auf der Dunklen Seite gibt. 8 Wir sind keine Aggressoren und wünschen keine Konflikte. 9 Allerdings werden wir uns wehren, wenn man uns dazu nötigt. 10 Die Allianz ist grundsätzlich für alle Perspektiven, religiösen Ideen, Ideologien und Weltanschauungen offen, solange sich diese im Rahmen des Ehrenkodexes aufhalten. 11 Wir werden es allerdings nicht zulassen, wenn man versuchen sollte, die Allianz zur Plattform zur Verbreitung bestimmter und exklusiver religiöser, ideologischer oder politischer Ansichten zu mißbrauchen. 12 Sie steht entgegen jedem kompensatorischen Zirkel genauso wie gegen ignorante Einseitigkeit.

Ziele der Allianzarbeit :

Erstes Buch Nemesis, Kapitel 7:

1 Als Ziele der Allianzarbeit schlage ich vor: 2 Unsere Beschäftigung ist für uns nicht Selbstzweck, sondern die Wahrheit des Prinzips der Dunklen Seite führt in ein Neues Zeitalter. 3 Es ist unser Bestreben, unsere Mitglieder zu schützen. 4 Es ist uns aber nicht daran gelegen, ein Machtpotential aufzubauen. 5 Wir setzten uns für den Schutz, die Einhaltung und die Verbreitung des Ehrenkodexes der Dunklen Seite ein. 6 Dazu zählt auch der Versuch, bestehende Vorurteile gegen die Dunkle Seite abzubauen. 7 Kernziel der Allianzarbeit ist das Sammeln, Austauschen und Auswerten von Wissen, Erfahrungen und Erkenntnis. 8 Dabei entscheidet jeder Allianzpartner selbst wie sehr er sich einbringen kann und möchte. 9 Die Herausgabe bestimmter Informationen kann nicht erzwungen werden. 10 Unterschiedliche Ergebnisse und Ansichten können indessen für einen geistigen Austausch nur förderlich sein. 11 Als "geheim" einzustufende Informationen dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. 12 Die Allianzpartner verpflichten sich dazu, auch für den Fall ihres Ausscheidens aus der Allianz, sich an diese Übereinkunft zu halten. 13 Welche Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können und sollen und ob alle Mitglieder einer Organisation oder nur ein bestimmter Teil mitarbeiten sollen bzw. dürfen, wird von der Allianz festgelegt. 14 Die Rechte der veröffentlichten Informationen liegen bei den jeweiligen Autoren.

Nachtragung:

Erstes Buch Nemesis, Kapitel 8:

1 Diese Regeln sind notwendig, ohne daß sie Wege verschließen sollen, sie sind auch nicht absolut, sondern ausdiskutabel. 2 Als Ergänzung ist zu erwähnen, daß neue Mitglieder eine Bewährungszeit von einem Jahr durchlaufen müssen und daß neben einer normalen Mitgliedschaft auch Ehrenmitglieder und freie Mitarbeiter auf Zeit möglich sind.